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((Bild: Azoren))

Pflanzliche Urlaubsmitbringsel von den Azoren

Die Azoren sind sicher die grünsten und auch "buntes-
ten" Inseln im östlichen Atlantik. Aber wo es grün ist fällt
auch viel Regen. Längere Sonnenscheinperioden sind
auf den Azoren nur ab Mitte Juli und im August zu erwar-
ten. Die als Azorenhoch bezeichneten Wetterlagen ha-
ben mit dem Klima der Azoren nichts zu tun. Sie werden
nur deswegen so genannt, weil ihre Entstehungsgebiete
im Atlantik, in der Nähe der Azoren liegen. Wegen der
Blütezeit vieler Pflanzenarten ist für Naturfreunde trotz
gelegentlicher oder gar ausgiebiger Regenfälle und neb-
lig trüber Tage der Juni und Juli als Reisezeit vorzuzie-
hen. Wenn man von Blumeninseln im Atlantik spricht, so
trifft das sicherlich in aller erster Linie für die Azoren zu.
Die ursprüngliche Flora ist weitgehend verschwunden
und das Landschaftsbild wird durch eingeführte Pflan-
zenarten
bestimmt. Die hier inzwischen heimischen und
weit verbreiteten Azaleen erreichen Wuchshöhen wie
unsere Obstbäume und entfalten Ende Mai bis Anfang
Juni ihre Blütenpracht. In Gärten werden sie oft zu Figu-
ren gestutzt.

Ab Mitte Juni beginnt die Blütezeit der Hortensien. Die
wie auch die Azalee aus Japan stammende Hortensie ist
längst zur Charakterpflanze der Azoren geworden. Hor-
tensienhecken
wurden zur Begrenzung von Viehweiden
angepflanzt und an den Straßenseiten findet man sie
kilometerweit. Sie sind einfach allgegenwärtig und man
stelle sich diese Blütenpracht in weiß, blau und über lila
bis ins tiefe rot vor. Die Blütenfarben hängen von der
Bodenbeschaffenheit ab, genauer dem pH-Wert des
Bodens. Die Ende Juni, Anfang Juli blühenden "Kame-
lienbäume
", denn auch die Kamelien erreichen mittlere
Obstbaumhöhe sowie zahlreiche weitere Blütenpflanzen
wie Amaryllis oder Rosenhecken, runden ergänzend den
bunten Blumenflor ab. Weiße Sandstrände wie auf den
Balearen sucht man hier vergebens. Aber es gibt akzep-
table feinsandige Strände, zumindest auf der Hauptinsel
Sao Miguel, wenn auch nur wenige. Strände und Wetter
sind sicherlich die Gründe weshalb der Massentourismus
hier kaum verbreitet ist. Natur- und Wanderfreunde aber
kommen auf Grund der üppigen Vegetation voll auf ihre
Kosten. Das Arrangement in Bezug auf Landschafts-
pflege auf Sao Miguel ist einzigartig. Wohl nirgend wo
sonst findet man entlang der Steilküstenlandschaften so
zahlreiche Aussichtspunkte, die über Toiletten mit Was-
serspülung und eine fließende Kalt- und Warmwasserlei-
tung verfügen. Gepflegte Garten- und Parkanlagen oder
Grillplätze mit bereitliegendem Grillgut sind ebenfalls
allgegenwärtig.
((Bild: unscheinbar))
Klein und unscheinbar kommt man sich mitunter
im Pflanzendickicht auf Sao Miguel vor.


((Bild: Hortensien1))

((Bild: Bluetenpracht))


Hier nun ein Teil meiner
"Azorensammlung"
die ausschließlich
der Insel Sao Miguel
entstammt


((Bild: Azorensammlung))


Die chinesische Sicheltanne, nicht zu verwechseln mit
unserer Zimmertanne (Norfolktanne) stammt ursprüng-
lich aus China. Auf den Azoren wurde dieser immergrüne
Nadelbaum, der eine Höhe von bis zu 40 m erreicht, we-
gen seines Nutzholzes als Kulturwald angebaut und sein
Holz wird auch heute noch forstwirtschaftlich genutzt.
So gibt es auf Sao Miguel in höheren Lagen ausge-
dehnte Sicheltannenwälder und wenn man nicht genau
hinschaut denkt man sich in die Fichtenwälder unserer
Deutschen Mittelgebirge versetzt.

((Bild: Sichelwald))
Dieses Exemplar einer Sicheltanne wurde als kleine
Pflanze mit gerade mal 4 Zweigen ausgegraben. Zahlrei-
che kleine Pflanzen zu finden, bereitet in den Regionen,
in der die Sicheltanne vorkommt, auf Sao Miguel keine
Probleme. Allerdings gingen mir von 5 Pflanzen alle ein,
bis auf diese eine. Wie so oft lag es wahrscheinlich an
der Versorgung des Wurzelstockes. Alle Wurzeln soll-
ten ständig feucht sein, was ich damals auf dem Trans-
port nicht gewährleisten konnte.


Rat und Tipp: Ist eine kleine Pflanze erst ein-
mal über das Gröbste hinweg, gelingt die Pflege der
Sicheltanne am nicht allzu dunklen Standort problemlos.
Die Pflanze sollte ständig feucht gehalten werden, was
in ihrem vegetationsgebiet in den Höhenlagen auf Sao
Miguel der Fall ist. Trockenheit verträgt sie nicht.

((Bild: Sicheltanne))
Hier eine Amaryllisart, die dem uns bekannten und als
Zimmerpflanze gehaltenen Ritterstern (Hippeastrum)
ähnelt. Im Gegensatz zu Hippeastrum besitzt sie aber
hellere und dünnere Blätter und langgezogenere dün-
nere Blütenkelche in den Farben weiß oder rosa.
Wahrscheinlich handelt es sich um die aus Südafrika
stammende Belladonnalilie, die ursprünglich als Gar-
tenpflanze eingeführt wurde und dann verwilderte. Man
trifft sie recht häufig auf Sao Miguel in Parks und Gärten,
vielerorts aber auch an Straßen- und Wegrändern und
in freier Natur. Ihren majestätisch wirkenden Blütenflor
entfaltet die Belladonnalilie im Juni.

((Bild: AmaryAzWeiss))

((Bild: AmaryAzRot))
Meine beiden Pflanzen, je eine rosa- und weiß blühen-
de, wurden in Form von Zwiebeln mit etwa 6 cm Durch-
messern transportiert (das Laub wurde abgetrennt, die
Wurzeln an der Zwiebel belassen). Blühen tun sie beide
jedes Jahr, allerdings erst im August.


Rat und Tipp: Die Pflanzen treiben ziemlich
umfangreiche Wurzeln und benötigen daher einen rela-
tiv großen Topf. Im Zimmer sollte sie also nur kultiviert
werden, wenn genügend Platz vorhanden ist. Da sie im
Sommer problemlos an windgeschützter Stelle (sonst
brechen die langen Blätter) im Freien kultiviert werden
kann, ist sie gut als Kübelpflanze geeignet.
Leider sehen die Blätter immer etwas unansehnlich aus
oder werden ganz dürr. Das Abschneiden über der Zwie-
bel führte zwar zu erneutem Austrieb, aber die Pflanze
blühte im Folgejahr spät und spärlich.
Tochterzwiebeln haben sich auch nach 5 Jahren leider
nicht gebildet. Die Pflanze ist wahrscheinlich, wie auch
unser Amaryllis giftig, also Vorsicht.

((Bild: AmaryllisRot))
Die hier abgebildete Kletter-Gloxinie (Lophospermum
erubescens Syn. Asarina erubescens
) – ein Rachen-
blütler (Scrophulariaceae) ursprünglich in Mexiko be-
heimatet, bildet auf Sao Miguel bis zu 15 m hohe "Busch-
bäume". Dieses Rankengewächs mit bis zu 80 cm
langen Ranken und bis zu 6 cm großen, violetten,
fingerhutähnlichen Blüten blüht von Mai bis Oktober
– ein herrlicher Anblick. Leider gab es im Juni noch
keine Samen.

((Bild: Gloxinienbusch))
Die mitgenommenen Pflanzen gingen bis auf eine nach
kurzer Zeit ein, wahrscheinlich wieder wegen mangeln-
der Versorgung der Wurzeln auf dem Transportweg.
Diese eine hat es nach 3 Jahren gerade mal auf eine
Blüte gebracht. In der Natur, in voller Sonne wachsend,
blühen sie auch schon, wenn sie noch klein sind.
Kürzlich wurde es möglich der Pflanze einen vollsonni-
gen Standort zu bieten. Seitdem treibt sie ständig neue
Blüten, die etwa eine Woche lang halten (bisher Juni,
Juli).


Rat und Tipp: Die Kletter-Gloxinie lässt sich
stark zurückschneiden. Eine Vermehrung durch Steck-
linge
funktionierte bei mir bisher nicht, obwohl die Triebe
dies vermuten lassen. Sie benötigt volle Sonne, also
sehr viel Licht, sonst bleiben Blüten aus und die Triebe
werden lang und dünn. Ob sich die Pflanze durch Absen-
ker
vermehren lässt, muss noch erprobt werden.

((Bild: Gloxinie))

((Bild: Gloxinienbluete))
Diese kleinblättrige Pflanze wächst in sehr feuchten und
felsigem Terrain. Die kleinen runden rosa Blüten (sehen
aus wie eine Miniaturvariante unseres Klees) streuen
auch im Zimmer ihre Samen aus, die dann in den be-
nachbarten Töpfen keimen, also ein dekoratives Unkraut.
Eine Bestimmung ist mir bisher noch nicht gelungen.


Rat und Tipp: Die Pflanzen werden mit der Zeit
zu einem von der Basis her verdürrenden unansehn-
lichen Gestrüpp. Sie sollten also ab und an verjüngt
werden. Das gelingt problemlos durch anfallenden
Samen oder Stecklinge.
Eine spezielle Anzuchterde ist nicht erforderlich.

((Bild: brunnenpflanze))
Mit der Azalee ist es so eine Sache. Etwa 1000 Sorten
kommen in den verschiedensten Ecken der Welt vor, ob
in den Tropen oder der subpolaren Tundra, im Gebirge
bis 5000 m Höhenlage oder in Meereshöhe in Strand-
nähe. Es gibt sie mit einfachen und gefüllten Blüten, in
den Farben weiß, rosa und in verschiedenen Rottönen.
Dazu kommen eine fast unüberschaubare Zahl von
Zuchtsorten. Dementsprechend unterschiedlich sind
auch die Ansprüche der verschiedenen Arten. Auf Sao
Miguel trifft man in der Regel auf Azaleen mit ungefüllten
Blüten in den Farben rosa bis dunkelrot. Wildwachsend
wuchern sie als Hecken oder erreichen Baumhöhe.
In Gärten werden sie offensichtlich durch Stecklinge
vermehrt und zu Hecken beschnitten. Die Blütezeit liegt
hier bei Mitte Juni und war zur Zeit dieser Aufnahmen
schon fast vorbei.
Azaleen werden hier oft im Formschnitt als regelrecht
kunstvolle Figuren gestaltet, wie z. B. Kugelform, die
Form eines Sessels oder auch mit Kletterhilfen in
Form von Tieren. Ob diese Azaleen der ursprünglichen
Inselvegetation entstammen oder eingeführt wurden, ist
mir nicht bekannt. Jedenfalls sind sie allgegenwärtig und
in fast allen Höhenlagen anzutreffen und damit längst zu
einer Kultpflanze der Azoren geworden.


((Bild: Azalienbusch))

((Bild: Azalientier))
Kleine Azalien auszugraben ist auf Sao Miguel ein
schwieriges Unterfangen. Meist existiert ein weit ver-
zweigter Wurzelverband mit langen Auslegern und man
findet nur schwer eine kleine Pflanze mit eigenem Wur-
zelstock. Das Bewurzeln von mitgenommenen Stecklin-
gen klappte bei mir nicht. Der Fehler war wahrscheinlich
die Verwendung zu kurzer und noch nicht verholzter
Triebe.


Rat und Tipp: Welche Ansprüche Azaleen
stellen, hängt von der jeweiligen Art ab. Diese aus einer
Pflanze gezogene Azalee benötigt sehr viel Wasser.
Trockenheit quittiert sie sofort mit Blattabwurf. Blühen tut
sie mehrmals im Jahr zu unterschiedlichen Zeiten, was
wahrscheinlich irgendwie mit nicht korrekt eingehaltenen
Ruheperioden zusammenhängt.

((Bild: Azalienpfl))

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Fotos: M. Koch Oberweißbach,

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